Segnung der Aufbahrungsstube St. Josef und des Widums Mathon
In Mathon schafft die neue Aufbahrungsstube Raum für ein stilles, würdiges Abschiednehmen. Das neue Widum setzt dazu einen lebendigen Kontrapunkt und soll künftig mit Gemeinschaft gefüllt werden. Dazwischen öffnet sich der neu gestaltete Dorfplatz als Ort der Begegnung. Am 30. Mai wurden alle drei Orte gemeinsam gesegnet – das Ensemble ist darüber hinaus für den Bauherr:innenpreis 2026 nominiert.
An diesem heißen Nachmittag des 30. Mai war ganz Mathon auf den Beinen: Die neue Aufbahrungsstube St. Josef, das neue Widum und der neu gestaltete Dorfplatz wurden feierlich eingeweiht. Mit dabei waren die Musikkapelle Ischgl, die Schützenkompanie Ischgl, die Freiwillige Feuerwehr Mathon sowie der Kirchenchor Mathon und die Kinder der Volksschule Mathon, die für die musikalische Gestaltung sorgten. Auch zahlreiche Vertreter der Gemeinde, der Pfarrgemeinde bzw. Diözese, der Baubranche und natürlich viele Bewohnerinnen und Bewohner nahmen an der Feier teil. „Gut Ding braucht Weile“, leitete Ischgls Bürgermeister Werner Kurz seine Begrüßungsrede ein. Damit war aber nicht die eigentliche Bauzeit von nur einem Jahr gemeint, sondern die über zwölf Jahre dauernde Vorlaufphase. Zur neuen Aufbahrungsstube sagte er: „Dies ist ein Ort der Stille, des Abschieds und des Gedenkens.“ Der Dorfplatz dazwischen sei „ein Ort der Begegnung und das Herz des Ortes“. Im neuen Widum befindet sich oberhalb des Pfarrbüros ein Raum, der allen Mathoner Vereinen offen stehen soll – ein Ort des lebendigen Miteinanders.
Würdiger, sakraler Abschied
„Diese neue Aufbahrungsstube wird zu einem würdigen, sakralen und schönen Abschied in warmer Atmosphäre beitragen“, erklärte auch Bernhard Speringer, der Leiter des Seelsorgeraums Oberes Paznaun, der auch die Segnung der Gebäude sowie des Dorfplatzes vorgenommen hat. Auch das neue Widum beschrieb er als „wesentlichen Teil geistlicher Infrastruktur“ und dankte allen – besonders Bürgermeister Werner Kurz sowie dem gesamten Gemeinderat, Judith Schöffthaler, der Leiterin der Abteilung „Kirchliches Bauen“ der Diözese Innsbruck sowie Michael Huber von der Abteilung „Liegenschaftsentwicklung“. Weiters besonders auch Albrecht Pfeifer, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Pfarrkirchenrats, dessen Vorgänger und den beiden Mesnern. Ebenso Paul Kathrein, der ein Holzkreuz zwischen den beiden Gebäuden gefertigt hat.
„Mehrwert für die Bevölkerung“
Den Architekturwettbewerb entschieden die ARGE Studio Lois (Barbara Poberschnigg) und Architektin Iris Reiter für sich. Die beiden waren ebenso bei der Einweihungsfeier anwesend und erklärten: „Uns war wichtig, dass ein Mehrwert für die Bevölkerung entsteht.“ Ihr Entwurf war übrigens der einzige unter allen eingereichten Projekten, der einen Dorfplatz zwischen den beiden Gebäuden vorsah. „Mathon ist ein Straßendorf – einen Dorfplatz gab es bisher nicht“, erklären die beiden. Der Baustoff Holz prägt beide Gebäudekomplexe. Das Widum ist in Schindeloptik ausgeführt – eine bewusste Anknüpfung an das frühere Widum, um architektonisch eine Brücke zur Vergangenheit zu schlagen.
Preisgekrönt
Das Projekt ist für den Bauherr:innenpreis 2026 nominiert. Dabei wird definiert: „Es werden Projekte ausgezeichnet, bei denen die Auftraggeber:innen in intensiver Zusammenarbeit mit den Architekt:innen außergewöhnliche Lösungen ermöglicht und geschaffen haben.“ Die Auswahl der Projekte erfolgt in einer ersten Stufe über Nominierungsjurys in den einzelnen Bundesländern. Daraus ermittelt eine Hauptjury dann die Preisträger:innen. „Wir sind sehr stolz, mit einem vergleichsweise so kleinen Projekt eine Nominierung geschafft zu haben“, erklären die Architektinnen Iris Reiter und Barbara Poberschnigg. Weiters ist es geplant, das Projekt auch bei der „Auszeichnung des Landes Tirol für Neues Bauen“ sowie beim „Holzbaupreis Tirol“ einzureichen.
Text un Bilder:
Elisabth Zangerl
Freie Journalistin und Autorin
